Samstag, 4. März 2017

Arbeit im Wolfsforschungszentrum :)

Hallo Ihr Lieben,

es gibt tolle Neuigkeiten bei mir! Seit Anfang des Jahres arbeite ich zwei Mal die Woche im Wolfsforschungszentrum (Wolf Science Center/ WSC; Homepage) in Ernstbrunn und darf dort den Trainern aushelfen. Ich werde quasi ein bisschen vom Clever Dog Lab ausgeborgt und darf den Tieren dort - genau: 17 Wölfen und 17 Hunden - beibringen, mir freiwillig Speichelproben zu geben. Natürlich darf ich das Ganze nur durch den Zaun trainieren. Die Tiere dort sind zwar alle handaufgezogen, anders wäre z.B. sonst so ein direkter Kontakt zu den Wölfen durch die Trainer nicht möglich, aber dennoch leben sie in großen Freigehegen in Rudelverbänden mit möglichst wenig Menschenkontakt, um sie besser erforschen zu können. Insbesondere die Wölfe sind sehr beeindruckend und vermittlen sehr gut den Eindruck, dass sie große, starke und wilde Tiere sind, dies wird spätestens dann klar, wenn man bei der Fütterung zuschaut und z.B. ganze Hasen, Hühner oder größere Tierteile etc. "den Besitzer wechseln".

Mein Trainingsziel besteht darin, dass sich die Tiere freiwillig einen Speicheltupfer in den Mund legen lassen und diesen dort für ca. 30 sec lassen, ohne ihn zu zerkauen, aufzufressen oder damit wegzurennen. Am Ende soll das Ganze möglichst ohne Futter vorher passieren, damit die Speichelprobe nicht verfälscht - natürlich gibt es die dicke Belohnung dann dafür hinterher! ;) Um ihnen die Sache zu erleichtern, trainiere ich die Hunde erst, ihren Kopf auf ein, von innen am Zaun motiertes, Holzbrettchen (sog. chin rest - wie bei meinem eye tracker, nur etwas weniger komfortabel, da für den Außenbereich) abzulegen und dort zu bleiben. Durch ein Loch in der Rückwand des Brettchens kann ich dann den Speicheltupfer langsam auftrainieren und in ihren Mund geben und die Zeit erhöhen, die er dort drin bleibt. Anfangs bin ich erstmal morgens immer zur täglichen Kontrollrunde mitgelaufen, um die Tiere kennenzulernen und das für das Training notwendige Separieren der Tiere zu lernen. Nach ca. 3 Wochen konnte ich dann schon gnz alleine anfangen mit den Hunden zu arbeiten. Bei den Wölfen muss zur Sicherheit immer ein Trainer ein Trainer dabei sein, daher konnte ich mit den Wölfen erst ein paar Mal arbeiten - 8 Wölfe kennen aber mittlerweile mein Brettchen schon. Die Köpfe der Wölfe sind so groß wie mein Brettchen (20x25cm) wohingegen die Köpfe der Hunde maximal die Hälfte davon einnehmen. Wenn sich dann so ein Wolf beim Training entscheidet in mein chin rest zu beißen und ordentlich daran zu ziehen oder mit seiner großen "Pranke" draufhaut oder gar mit beiden Vorderfüßen draufspringt, macht das schon Eindruck und ich hatte einige Male kurz Angst um mein Brettchen. Aber zum Glück ist es stabil gebaut und hat bisher alles "überlebt". Die Hunde können mittlerweile alle auf ein verbales Signal hin ihren Kopf auf dem chin rest ablegen und ihn dort lassen. Fast alle haben den Speicheltupfer schon gesehen oder sich sogar schon leicht damit berühren lassen und 5-6 Hunde können ihn sogar schon für mehrere Sekunden im Mund behalten, während der Kopf ruhig liegen bleibt! :) Natürlich ist jedes Tier individuell und lernt unterschiedlich, aber alle hatten schnell eine Idee von der Aufgabe und sind gut vorangekommen. Alle arbeiten freudig mit und es macht Spaß zu sehen, wie die Tiere gerne mitarbeiten und Spaß am Lernen...und Leckerlies verdienen haben! :)

Hier ein paar Eindrücke vom WSC, mir und meiner Arbeit:

WSC-Profil Sabrina

WSC-Tagebucheintrag Sabrina, inkl. Hundefoto mit chin rest

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

Liebe Grüße und schönes, sonniges Wochenende,

Eure Sabrina

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