Sonntag, 19. Juni 2016

Erfahrungsbericht Hundemesse "House of Dogs", Berlin - mit vielen nützlichen Informationen!

Hallo Ihr Lieben,

am Samstag, den 11.06.2016 war ich in Berlin auf einer neuen, erstmals ausgerichteten Hundemesse: House of Dogs - Die Messe für Lifestyle mit Hund!


House of Dogs - Messe für Lifestyle mit Hund
Quelle und Infos unter: http://house-of-dogs.de/

Die Messe fand auf zwei Etagen und zum Teil im Innenhof (vorwiegend Essen- und Getränkestände) statt (3000qm Präsentationsfläche). Neben vielen interessanten Produkt- und Informationsständen gab es auch ein spannendes Programm mit Vorführungen auf einer Showfläche (Hundewahl, Behindertenbegleithunde, Hundebeschäftigung, Hundeführerschein uvm.) und informativen Vorträgen in einem kleinen Vorlesungssaal zu Themen wie Erste Hilfe beim Hund, Alte Hunde, Schmerzen beim Hund, Tellington TTouch, Ernährung, Recht etc.

Natürlich gab es alles, was man sich rund um den Hund an Zubehör und Grundausstattung vorstellen kann. Ich persönlich fand die innovative Ultraschallzahnbürste für Hunde besonders spannend (
Infos hier). Das ist eine Zahnbürste, die mittels einem speziellen Zahngel und Ultraschall die Hundezähne effetiv "putzt". Das Tolle ist, dass diese Zahnbürste nicht vibriert und nur vor den Hundezahn gehalten werden muss - ohne ihn direkt zu berühren - und die Zähne von Zahnbelag befreit. Immer mehr Wissenschaftler und/ oder Hundezahnspezialisten konnten zeigen, dass der Zahnbelag bei Hunden innerhalb von 18-36 h zu Zahnstein wird und dann nur noch mittels OP's bzw. medizinischer Geräte entfernt werden kann. Dieser wird mehr und mehr und führt u.a. zu Zahnfleischentzünungen bis hin zu möglichem Zahnausfall, wenn das Zahnfleisch zurückgeht. Zahlen belegen, dass ca. 20% aller Hunde an Zahnstein leiden (Stichprobe: fast 31.500 Hunde) und 80% aller Hunde ab einem Alter von 5 Jahren und über 90% ab 12 Jahren an Zahnerkrankungen leiden (Angaben: Vortrag Hundetrainerkongress 2015; Dr. Matthias C. Schweda, vetmeduni). Es konnte in mehreren Studien belegt werden, dass tägliches Putzen der Hundezähne (am besten von klein an) die Bildung von Zahnbelag und Mundgeruch deutlich reduziert! Kein Zahnbelag - kein Zahnstein! Des Weiteren ist bekannt, dass die meisten Organschäden (besonders Herz, Nieren, Leber) im späteren Hundeleben durch das Abschlucken von Bakterien aus dem Mundraum verursacht werden! Also tägliches Zähneputzen hilft nicht nur uns selbst sondern auch unseren Vierbeinern!

Eine weitere interessante (aber auch etwas kostspieligere) Innovation waren die (Tier-)Bademäntel von Siccaro. Der Stoff dieser Bademäntel, oder auch als Handschuhe oder Decken erhältlich, nimmt 80% der Feuchtigkeit nach dem Baden oder Regen auf und reduziert sogar deutlich den typischen "Nasser Hund"-Geruch. Der Stoff war sehr flauschig anzufassen und die Bademantelmodelle sind sehr praktsich und schick designed (sogar in Tarnfarben, laut Verkäuferin, z.B. bei der Jagd verwendet) - Infos hier: http://www.siccaro.com/#!wetdog-de/c1seu

Sehr schön waren auch die vielen handgefertigten Artikel, wie z.B. praktische Leckerliebeutel, Dummys und lustige sternförmige Hundebettchen, auf deren "Zacken" die Hunde ihre Köpfe ablegen oder dazwischen hängenlassen können, z.B. im witzigen Erdbeer-Design.

Beispiel für so ein sternförmiges Hundebett! Quelle: http://de.dawanda.com/product/74819399-hunde-sternkissen-bett

Zudem gab es von einem Futternabieter eine schöne Aktion, bei der "Überraschungstüten" mit Futterproben, Spielzeug etc. verkauft wurden und der Erlös zu 100% für einen guten Zweck gespendet wurde! Toll! Wir kauften eine dieser Tüten und fanden darin u.a. einen Tennisball! Das ist zwar als eine nette Idee für den Hund zum Spielen gedacht, aber ich persönlich würde davon dringlichst abraten! In der Regel sind Tennisbälle von Glasfaser umgeben (der gelbe Flaum) und diese feilt, v.a. bei regelmäßigem Hundespiel, die Zähne ab! Man sieht dann deutlich wie vorwiegend die Spitzen der Eckzähne regelrecht runtergefeilt werden/ sind!!! Dadurch verliert der Zahn seine urprüngliche Form, was die Funktion beeinträchtigen kann und wird natürlich deutlich angreifbarer durch Bakterien etc.

Eingefügtes Bild
Beispiel abgefeilter Eckzähne beim Hund, Quelle: http://www.polar-chat.de/hunde/topic/76939-tierarztrechnung-bin-langsam-genervt/page-6
Natürlich ist es immer wieder spannend zu sehen, was sich so auf dem Hundemarkt tut und wichtig, möglichst auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, was es so an neuen Innovationen in der Hundewelt gibt. Auf einer Messe hat man immer die Möglichkeit sich vor Ort zu Themen wie Ernährung, Gesundheit, Zubehör, Hundebeschäftigungs- oder Hundeeinsatz, z.B. für Menschen mit Handicaps, therapeutisch etc. von Fachleuten beraten zu lassen und ggf. Dinge auszuprobieren! Besonders gut hat mir gefallen, dass man sich während der Messe spannende Vorträge oder Vorführungen, z.B. der Ultraschallzahnbürste an Besucherhunden anhören bzw. ansehen konnte!

So viel zu meinen Messeerfahrungen und ich hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spaß am Lesen!

Bis bald,

Eure Sabrina


Montag, 9. Mai 2016

Ken Ramirez live - ein Traum wird wahr!

Hallo Ihr Lieben,

letzte Woche wurde ein lang ersehnter Traum von mir endlich wahr - ich habe ein viertägiges Hundetrainer-Seminar mit Ken Ramirez u.a. besucht und erleben können, was es heißt fortgeschrittenes Tier- bzw. Hundetraining durchzuführen!

Es war ein tolles Erlebnis und es ist unglaublich, wozu Hunde in der Lage sind! Sie können zum Beispiel lernen die Anzahl von Objekten abzuschätzen/ zu zählen, die Größe oder die Lage (rechts/ links) von Dingen zu unterscheiden, andere Hunde in ihrem Verhalten zu kopieren usw. Wir haben unglaubliche Videos davon gesehen!

Grundlegend wurde das Lernen, Training und Verhalten von Tieren auf der wissenschaftlichen Ebene von Dr. Susan Friedman erklärt und dargestellt. Insgesamt wurden viele Videos von verschiedenen Tierarten (verschiedene Papageienarten, Delphine/ Wale... und natürlich viele Hunde) präsentiert, erklärt und analysiert. Ken Ramirez hat eher denTrainingsteil sowie viele praktische Anleitungen und Erklärungen von einzelnen Tieren oder in Gruppen und verschiedene seiner Projekte, z.B. mit aggressiven Hunden vorgestellt! :)

Helen Philipps aus England erklärte eher konkrete Dinge zum Thema Jagdhunde und deren Training (Dummyarbeit etc.)! Dazu hatten wir dann gestern einen 4-stündigen Praxisteil mit den teilnehmenden Hunden, bei lustigem Aprilwettermix aus Sonne und Regen in den Bergen.

Abends gab es immer einen praktischen Teil bei dem das Gelernte direkt mit den teilnehmenden Hunden oder Menschen ausprobiert werden konnte. Dabei wurden sowohl Clickerübungen für Hunde als auch für die Menschen selbst durchgeführt!

Stattgefunden hat das Ganze im schön gelegenen Seminarhotel in Puchberg am Schneeberg und wir wurden rundum gut versorgt (wenn nicht sogar fast gemästet mit dem tollen Buffet und den vielen Snacks zwischen den Vorlesungen ;) )! (Danke an Nicole Pfaller-Sadovsky und Gernot Sadovsky für die tolle Organisation des Events!)

Für alle, die gerne noch mehr zum Thema fortgeschrittenes Tier-/ Hundetraining (v.a. in Kombination mit dem Clicker) erfahren und lernen möchten, kann ich ein Seminar bei Ken Ramirez und/ oder Susan Friedman sehr empfehlen! Die Vortragsweise ist sehr ruhig und angenehm und es ist einfach toll das nächste Level der Trainingsmöglichkeiten zu erklimmen! Da die Beiden aus den USA stammen, war das ganze Seminar auf englisch (ohne Übersetzung)!

Sollten Ken Ramirez und/ oder Susan Friedman wieder in der Nähe ein Seminar geben, versuche ich auf jeden Fall wieder dabei zu sein! :)

(von links: Helen Phillips, A. Huber, Dr. Susan Friedman, K. Bayer, Ken Ramirez, ich
Foto: Gernot Sadovsky)

Liebe Grüße,
Eure Sabrina



Sonntag, 1. Mai 2016

Ausflug in die Perchtoldsdorfer Heide mit "Schnee"

Hallo Ihr Lieben,

heute haben wir mit "Schnee", trotz wolkenreichem Wetter, einen Ausflug in die Perchtoldsdorfer Heide (westlich von Wien) gemacht! :)
Das ist ein wunderschönes Ausflugsziel für Mensch und Hund! :) Es gibt alles - von unendlichen Heidelandshaftsweiten, über zu leichtem Berg hochkrakzeln durch den Wald, bis hin zu Bärlauchfeldern so weit das Auge reicht und allen möglichen Tier- (Vögel, Insekten usw.) und Pflanzenarten (v.a. viele kleine blühende Wunderwerke), die es zu entdecken und beobachten gibt!

Schnee hatte seinen Spaß am Wandern, bergige Wege - für Berliner Flachländerverhältnisse ;) - hoch- und runterzuflitzen, mit Naturspielzeugen in Form von Stöckern (ausnahmsweise während der Pause, da sonst sehr selten wegen Verletzungsgefahr) und Kienäpfeln (österr.: Bockerl ;) ), Wälzen im hohen Gras und am Ende sogar noch als Krönung ein tolles Spiel und Herumtollen mit einer Goldie-Dame!

Jetzt ist er fix und alle und wird wohl den Rest des Tages seelig schlafen und von der Heide träumen! :)

Als Ausflugsziel ist die Perchtoldsdorfer Heide mit Hund sehr zu empfehlen, da man viiiel Platz hat (ggf. zum Ausweichen für Hunde, die gerne ihre Ruhe haben) und von Heidelandschaft, Wald und kleinen Bergpfaden alles geniessen und nutzen kann! :) Wer mag, findet in der Heide auch eine nette Hundezone, wo man die Hunde spielen lassen kann und auch eine Tränke für den Vierbeiner dabei hat!

Zum Schluß noch ein paar kleine Bilder... und viel Spaß bei einem Besuch in der Heide! Viele Sitzbänke laden auch zum Picknick ein! (dank vieler Mülleimer ist es sehr sauber und ein kleines "Hundegschäft" kann schnell beseitigt werden)

 



nach 3h Ausflug inkl. fröhlichem Hundespiel ist der Herr alle :)

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Euch,

Eure Sabrina

Donnerstag, 7. April 2016

Clever Dog Lab in der Wiener Heute-Zeitung

Hallo Ihr Lieben,

gestern war unser Clever Dog Lab mit einem kurzen Bericht zu der eye-tracker Studie, für die ich die Hunde trainiere, in der Wiener Heute-Zeitung, dem kleinen täglichen News-Blatt! :)
Der Hund Linus auf dem Foto ist einer von ca. 40 Hunden, die ich für verschiedene Projekte am eye-tracker trainiert habe!


Leider läßt sich das Foto nicht drehen - ich hoffe, Ihr könnt es trotzdem erkennen! :)

Mehr Fotos zum eye-tracker und anderen Clever Dog Lab Studien von meinen Kollegen findet Ihr unter: http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/cme83287,1261941,B in einer kleinen Clever Dog Lab Diashow!

Viele Spaß beim Lesen und schauen!

Liebe Grüße,

Eure Sabrina

Montag, 8. Februar 2016

Clever Dog Lab und Wiener Forschung etc. im Fernsehen!

Hallo Ihr Lieben,

am Freitag, den 05.02.16 kam ein sehr schöner Beitrag "Wie Tiere fühlen" - unter anderem über unsere Forschungen im Clever Dog Lab - auf dem Fernsehsender ARTE!

Für alle, die ihn verpasst haben und gerne mal in unsere Forschungsbereiche "reinschnuppern" möchten, hier der Link zu dem Beitrag in der ARTE-Mediathek:

http://future.arte.tv/de/wie-tiere-fuehlen

Viel Spaß beim Anschauen und eine schöne Woche!

Liebe Grüße,
Sabrina



Bildquelle: http://www.bild.de/ratgeber/haustier/bulldogge/chillende-bulldogge-schaut-fernsehen-serie-family-guy-13754730.bild.html

Montag, 25. Januar 2016

Petition zum schnelleren Wiederfinden verlorengeganger Hunde

Hallo Ihr Lieben,

hier eine kleine Bitte im Namen und zur Hilfe aller Hunde- und Katzenhalter! So oft gehen Hunde und Katzen verloren, weil sie im Freilauf oder bei Panik entlaufen oder aus anderen Gründen oder manchmal unglücklichen Zufällen! Es gibt derzeit eine Petition für eine verpflichtende Registrierung des Chips bei Hunden und Katzen. Es ist wichtig, dass die Chips der Tiere auch registriert werden! Es hilft leider Keinem, wenn das Tier brav schnellstmöglich gechipt wurde, aber die Nummer nirgends registriert ist! Dann kann das Tier selbst , wenn es gefunden oder aufgegriffen wurde, schwer zum Halter zurückgebracht werden! Also helft bitte alle, zu einer schnelleren Identifizierung bzw. Halterzugehörigkeit beizutragen, damit die Kleinen schnell wieder zurück nachhause kommen! :) Vielen Dank!

Wer mitmachen will, kann das gerne tun. Auch die Weiterverteilung ist natürlich erwünscht!

In Österreich und Deutschland ist Chipflicht für Hunde! In Österreich ist zusätzlich auch die Registrierung in der Heimtierdatenbank des Ministeriums Pflicht. Diese Datenbank ist jedoch keine Datenbank mit der man Daten abfragen kann, daher müsste sich jeder Hundebesitzer, der seinen Hund bei einem eventuellen Verlust wiederfinden möchte, extra noch bei einer der privaten Registrierungsdatenbanken registrieren lassen! Das wissen jedoch die Wenigsten und machen es somit auch nicht. Daher versucht diese o.g. Petition die Tierärzte in die Verantwortung zu nehmen, dass sie die Hundebesitzer besser aufklären!
- Für Katzen gibt es überhaupt noch keine Chip- und Registrierungspflicht!

Ich finde, das ist eine gute und vor allem wichtige Sache, die jedem Halter helfen kann, seinen Liebling bei Verlust so schnell wie möglich wiederzubekommen!

Danke im Voraus für's Unterschreiben!

Liebe Grüße,
Sabrina

Info und Quelle: Mag. Gudrun Braun (WTV Vösendorf)

Bildquelle: http://www.lovemegently.com/tips-to-help-find-a-lost-dog/

Donnerstag, 7. Januar 2016

Das kleine Hunde-ABC der Höflichkeit



Hier ein kleiner Artikel, den ich vor einiger Zeit für meine alte Hundeschule in Deutschland geschrieben habe. Viel Spaß beim Lesen!

Das kleine Hunde-ABC der Höflichkeit

A wie „An der Leine“
Es gibt viele Hunde, die es vorziehen, an der Leine „in Ruhe gelassen zu werden“. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben! Beispielsweise sind viele erwachsene Hunde mehr an den vielfältigen Gerüchen, Abenteuern mit ihren Haltern oder Geschehnissen in ihrer Umwelt interessiert als an einem Spiel mit ihren Artgenossen. Das ist mit uns Menschen vergleichbar, denn auch wir spielen im Kindesalter häufiger und intensiver aber als Erwachsene neigen wir alle zu etwas mehr Distanz.
Einige Hunde, die schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht haben, können große Angst vor stürmischen oder zu nahen Hundebegegnungen haben. Für diese Hunde kann es eine äußerst beklemmende Situation werden, wenn viele Hunde auf engem Raum zusammenkommen und sie keine Ausweich- oder Rückzugsmöglichkeiten haben. Die Angst eines Hundes (wie bei ängstlichen Kindern) sollte ernst genommen werden und der Halter sollte ihn aktiv aus der beängstigenden Situation rausnehmen, indem er ihn als Hilfestellung zum Beispiel in einem Bogen um den „Angstfaktor“ herumführt oder die Richtung ändert. Am besten bringt sich der Halter dabei selbst zwischen den Hund und das angsteinflößende Hindernis oder Objekt. Die Leine kann vielen ängstlichen Hunden (besonders in schwierigen Situationen) zu einem größeren Sicherheitsgefühl verhelfen, da sie noch mehr mit ihrem Halter „verbunden“ sind und ihn als „Rückendeckung“ wahrnehmen.

Alte, kranke (beispielsweise HD – Hüftgelenksdysplasie, Rückenprobleme, verletzte Pfote etc.) oder frisch operierte Hunde, z.B. nach einer Kastration o.Ä. möchten meist ebenfalls lieber an der lockeren Leine ohne Hundekontakte geführt werden.
Desweiteren kann sich ein Hund noch im Ab-/ Rückruftraining befinden, das heißt, dass der Hund gerade erst lernt, zuverlässig auf das Heranrufen zurückzukommen. Damit unerwünschte Hundebegegnungen aufgrund von mangelhaftem Zurückkommen des Hundes verhindert werden können, wird der lernende Hund daher zur Sicherheit von seinem Halter an der Leine (oder Schleppleine) geführt.
Hunde können sich an der Leine keineswegs so verhalten, wie sie es im Freilauf täten, z.B. hundetypisch kommunizieren und ggf. fliehen oder einen Bogen laufen bzw. ausweichen. Dies ist ein Grund, warum viele Hunde an der Leine aggressiver auf Andere reagieren können, wenn ihr persönlicher Individualabstand unterschritten wird.
Auch Menschen können Angst vor freilaufenden Hunden haben und sollten vor aufdringlichen Hundekontaktaufnahmen geschützt werden. Zudem gibt es durchaus Menschen, die weniger Sympathien für Hunde hegen als wir es tun und keinen Wert auf eine „hündische“ Begrüßung legen. Diese Gefühle sollten ebenfalls respektiert werden.
Jeder Hund und sein Halter haben ein Anrecht auf ihren individuellen Abstand zu anderen Hunden (und ihren Haltern) und sollten die Wahl haben, ob sie diesen nutzen oder Hundebegegnungen zulassen möchten!

B wie „Bitte, um Höflichkeit“
Es ist hilfreich, seinen eigenen Hund in der Nähe eines angeleinten Hundes oder auch bei nahenden Spaziergängern, Joggern oder Radfahrern zu sich zu rufen und wenn möglich, absitzen zu lassen oder ruhig bei sich zu behalten. Dies kann dem häufig aufgeregten Hund durch die Gabe von schmackhaften Leckerlies (Käse, Wurst, Hühnchen etc.), die Ablenkung mit einem beliebten Spielzeug (Ball, Stock usw.) oder einem Richtungswechsel bzw. Ausweichen erleichtert werden. Die Ablenkung dient in diesem Fall dazu, dem Hund eine Alternative aufzuzeigen, wie er sich in dieser Situation stressfreier verhalten kann. Nähert sich ein anderer Hundehalter, könnte dieser nach Möglichkeit höflich und in sicherem Abstand gefragt werden, ob der angeleinte Hund an einer Hundebegegnung, ohne Leine, interessiert ist. Sollte dies der Fall sein, können beide Hunde in angemessenem Abstand und möglichst zeitgleich abgeleint werden und sich kennenlernen, spielen usw. Bei einer direkten Begegnung zwischen Hunden, z.B. beim Spielen, sollten möglichst sämtliche Spielzeuge oder Leckerlies weggepackt werden, da es sonst zu ernsthaften Streitereien bis hin zu Beißereien kommen kann - bei der jegliche Hundefreundschaft von eben schnell vergessen wird.

Auch freilaufende Hunde bevorzugen eine langsame, höfliche Kontaktaufnahme eher als umgerannt zu werden. Insbesondere unerfahrene Junghunde neigen häufig dazu, etwas stürmisch vor Freude in andere Hunde „hineinzurennen“. Begegnungen zwischen geschlechtsreifen Hunden - falls diese überhaupt gewünscht werden - sollten ebenso langsam und kontrolliert ablaufen, um mögliche hormonbedingte Eskalationen zu vermeiden. Insbesondere geschlechtsreife Rüden bilden während der „Pubertät“ ein verstärktes Konkurrenzempfinden aus.
Dies gilt ebenfalls für die Annäherung von fremden Hunden in bereits bestehende Hundegruppen. So kann beispielsweise ein einzelner Hund in eine bereits bestehende Spielgruppe viel Unruhe durch die neu entstandene Konstellation hineinbringen. Dies kann dann zu Raufereien führen, die durchaus mit Verletzungen verbunden sein können.
Im besten Fall sollte der Halter seinen Hund in jeder Situation zuverlässig abrufen können - oder zumindest darum bemüht sein, dies zu lernen - und sollte sich (vorher) überlegen, wodurch sich der eigene Hund in schwierigen oder aufregenden Situationen ab-/weglenken lässt! Selbst, wenn der eigene Hund noch so harmlos und friedlich ist, gibt es dennoch genügend Hunde, die, durch welche Lebensumstände auch immer, nicht so verträglich sind und/ oder friedfertig reagieren können.
Ein respektvoller Umgang und eine höfliche Kontaktaufnahme zwischen den Hundehaltern und ihren Hunden können manch schlechte Erfahrung in einem Hundeleben ersparen!
Gerade in Bezug auf Hundebabys ist zwingend zu erwähnen, dass es keinen sog. Welpenschutz gibt! Viele erwachsene Hunde sind eher von den oftmals aufdringlichen Welpen genervt und können schnell ihren Unmut darüber in Form von zu groben Zurechtweisungen der Kleinen zeigen. Dies kann zu ernsthaften Bissverletzungen der Welpen führen! Des Weiteren werden junge Hunde häufig durch erwachsene Hunde schwer verletzt, wenn es um Spielzeuge, wie Stöckchen oder Bällchen etc. geht.
Jeder sollte somit Rücksicht auf die eigenen Nerven und die seines Hundes sowie die Nerven anderer Menschen und Hunde nehmen und lieber eine Hundebegegnung weniger als zu viele zulassen!

C wie „Chihuahuas und Co.“
Winzige und kleine Hunde haben es deutlich schwerer, sich, z.B. im Spiel, gegen größere und schwerere Hunde durchzusetzen. Sie können ihnen im wahrsten Sinne des Wortes wenig körperlich entgegensetzen. Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass bei kleinen Hunden der ganze Hundekörper - insbesondere der Knochen - viel feingliedriger und dünner aufgebaut ist. Dementsprechend können die Knochen (Wirbelsäule, Beine etc.) viel schneller brechen als bei großen Hunden! Bei zu rauem Spiel können bei einem winzigen oder kleinen Hund deutlich schneller Körperteile oder innere Organe/ Weichteile verletzt werden.
Wichtig ist, den kleinen Hunden den Schutz zu bieten, den sie brauchen! Dazu kann es hilfreich sein, den Kleinen direkt aus der Situation zu nehmen; sei es auf den Arm hoch oder, dass man sich zu ihm herunter begibt und ihn „abschirmt“. Ein größerer Hund kann auch ohne Absicht und aus Versehen beim Spielen – besonders bei jungen, noch tapsigen Hunden – auf den Kleinen treten und ihn dabei schwer verletzen.
Zudem werden kleine Hunde oft von anderen Hunden für Beutetiere gehalten. Da sie sehr klein (2-4kg) sind und häufig Haken, wie ein Hase o.Ä. schlagen, können sie versehentlich ergriffen und geschüttelt werden. Dies kann für kleine Hunde tödlich sein!